29. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur (auf Zoom)
オーストリア現代文学ゼミナール

12. und 13. Dezember 2020
Mit Daniel Wisser
Langsam aber sicher

Wenn sich in Nozawa die Blätter zu färben beginnen und das Semester am Horizont dräut, dann ist es wieder Zeit sich langsam auf das Seminar einzustimmen. Die Bücher sind unterwegs oder bereits angekommen. Wenn also alles klappt, dann haben Sie, liebe/r TeilnehmerIn jetzt oder jetzt bald ein Exemplar von „Das bin doch ich“ in der Hand, den inzwischen vorletzten und bis dato erfolgreichsten Roman von Thomas Glavinic.

Sicher haben ein paar Seiten hineinblättern schon genügt um festzustellen, dass „Roman“ vielleicht eine falsche Gattungsbezeichnung sein könnte und wer die literarische Szene in Österreich ein wenig kennt, stößt auch gleich auf ein paar bekannte Namen und zum Schluss ist man sich vielleicht auch nicht mehr sicher, ob es sich da noch irgendwie um einen fiktionalen Text handelt oder um eine Autobiografie. Nun, diese Frage können wir dann mit Thomas Glavinic selbst abklären.

„Das bin doch ich“, wird nicht der einzige Text sein, der im Brennpunkt unseres Interesses steht und es wird sich schnell weisen, dass der Autor zwar nach außen hin bisher nur Romane geschrieben hat, diese sich jedoch voneinander fundamental unterscheiden. „Der Kameramörder“, als bester Krimi seines Jahrgangs ausgezeichnet, verdient wohl eher das Prädikat „Thriller“. Ein ganzes Segment des Seminars ist allein diesem Buch gewidmet.
Natürlich werden wir uns auch der „Arbeit der Nacht“ zuwenden, keine Frage. Für die meisten Rezensenten der beste Roman Glavinics, sicher der anspruchsvollste: 400 Seiten und nur eine handelnde Figur, das ist auch für die meisten LeserInnen eine ungewohnte Situation.

Soweit ein erster kleiner Vorausblick auf das Kommende. Kommentare und Artikel soll es ab jetzt öfter geben. Eine Linksammlung mit empfehlenswerten Rezensionen online und einige PDFs mit Printrezensionen werden in Kürze folgen zusammen mit Details, die die Diskussion schon vorab in Gang bringen soll.
Einstweilen die besten Grüße im Namen des Organisationskomitees von

Elmar Lenhart