29. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur (auf Zoom)
オーストリア現代文学ゼミナール

12. und 13. Dezember 2020
Mit Daniel Wisser
Thomas Glavinic – Reisen durch Ich-Räume

Thomas Glavinic ist einer jener Autoren, die das deutschsprachige Feuilleton mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt. Gemeinsam mit einigen seiner AltergenossInnen gehörte er vor einigen Jahren noch zu den Shootingstars der deutschsprachigen Literatur und hat heute seinen Platz als einer der meistbeachteten Gegenwartsautoren gefestigt.
Seine Romane erforschen psychische Abgründe, Einsamkeit, die Innenwelten seiner Figuren. Sie zeichnen sich durch die Konstruktion innerer Topografien aus, die die genaue Beobachtung der Emanationen psychischer Vorgänge in eine klare, wuchtige Sprache übersetzen und damit die Frage stellen, welchen Beitrag Erinnerung, Hoffnung oder Angst zu unserem Mensch-sein leisten.
Thomas Glavinic konnte schon mit seinem ersten Band, „Carl Haffners Liebe zum Unentschieden“ von 1998 auf sich aufmerksam machen, einer subtilen literarischen Biografie des Schachgroßmeisters Carl Schlechter und überzeugte mit dem Krimi „Der Kameramörder“ von seiner Fähigkeit psychologisierende Innensichten zum Spannungsaufbau zu nutzen. Mit „Die Arbeit der Nacht“ erreichte er endgültig Starstatus und ließ 2007 mit „Das bin doch ich“ einen Roman folgen, der ihn ins Finale des deutschen Buchpreises brachte.

Pressestimmen

Diese panische, hier ganz bis ins Körperliche heruntergebrochene Selbstvergewisserung ist die eine zentrale Metapher oder besser Geste, die das gesamte Erzählverfahren dieses so leichtfüßig daherkommenden Buches durchzieht, das doch ein schwergewichtiges Thema schultert.

Tilman Krause in Die Welt über „Das bin doch ich“
Normalerweise, wenn ein Kritiker schreibt, ein Buch hätte ihm schlaflose Nächte bereitet, würde man das als etwas übertriebenes Lob sehen. Thomas Glavinics neuer Roman ließ mich aus Angst nicht einschlafen.

Stuart Kelly über „Night Work“ (Die Arbeit der Nacht)
Die Lösung am Schluss ist so unerbittlich wie der Rest dieses verstörenden Buches.

John Harrison in The Guardian über „Night Work“ (Die Arbeit der Nacht)
Ein verstörendes und verstörend perfekt inszeniertes Planspiel […] Ein eiskalt komponierter Roman, der mit solcher inneren Konsequenz zu Ende gebracht wird, dass wir nicht im fernsten glauben, [mit der Lösung] sei etwas gelöst.

Karl-Markus Gauß in Neue Zürcher Zeitung über „Der Kameramörder“
„Glück, das war ein Tag im Winter, an dem man in der Schule sein sollte, an dem man jedoch mit den Eltern im Nachtzug nach Italien saß. Schnee und Nebel und ein imposanter Bahnhof, ein Zugabteil und ein Comic-Heft. Draußen Kälte. Drinnen warm.“

Die Arbeit der Nacht, S. 395

Buchveröffentlichungen

  • Carl Haffners Liebe zum Unentschieden. Roman. Volk und Welt, Berlin 1998.
  • Herr Susi. Roman. Volk und Welt, Berlin 2000.
  • Der Kameramörder. Roman. Volk und Welt, Berlin 2001.
  • Wie man leben soll. Roman. dtv, München 2004.
  • Die Arbeit der Nacht. Roman. Hanser, München 2006.
  • Das bin doch ich. Roman. Hanser, München 2007.
  • Das Leben der Wünsche. Roman. Hanser, München 2009.

Preise und Stipendien

  • Österreichisches Staatsstipendium für Literatur (2002)
  • Friedrich-Glauser-Preis (2002)
  • Förderungspreis zum Großen Österreichischen Staatspreis (2006)
  • Finalist beim deutschen Buchpreis (2007)
  • Phantastikpreis der Stadt Wetzlar für Die Arbeit der Nacht (2007)

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Rezensionen

Materialien und Übersetzungen

Thomas Glavinic
Foto: Marco Flammang
Freitag, 13. November 2009
18:00Eröffnung und Abendessen
20:00Einführung in das Werk Thomas Glavinics Walter Vogl
21:00Lesung Thomas Glavinic
Samstag, 14. November 2009
09:30Apokalypse goes Horror – Thomas Glavinics Endzeiten Elmar Lenhart
10:15Die Medienproblematik im Roman Der Kameramörder Motoko Yajin
11:00Lesung Thomas Glavinic
11:30Die Motive der Gewalt und Schrift in Die Arbeit der Nacht und Carl Haffners Liebe zum Unentschieden Erich Meuthen
12:15Mittagessen
15:00 Interview und Werkstattgespräch
18:00Abendessen
20:00Passiv mit Leidenschaft - Carl Haffners Liebe zum Unentschieden und Wie man leben soll Tomoko Somiya
21:00Ausschnitte aus dem Hörspiel „Der Kameramörder“ und ein Videointerview zur Verfilmung des “Kameramörder” mit Regisseur Robert Adrian Pejo
Sonntag, 15. November 2009
09:30Die junge Österreichische (Pop)Literatur Shinichi Suzuki
10:30Buchvorstellung: Das bin doch ich Andrea Yokura
11:30Lesung Thomas Glavinic
12:00Schlussdiskussion, Seminarende