28. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur in Nozawa Onsen
オーストリア現代文学ゼミナール

15. bis 17. November 2019
Mit Thomas Stangl
Verfahrensweisen der Appropriation Art in Die Vogelstraußtrompete
Jisung Kim

Clemens J. Setz gilt als Vertreter des neuen Meta-Mainstreams (Dotzauer 2012) in der jüngsten österreichischen Literatur. Dies manifestiert sich vor allem in seinem Roman Indigo (2012), in dem er sich selbst als fiktive Figur „Clemens J. Setz“ in seinen eigenen Text einschreibt. Ein solches Spiel mit Fakt und Fiktion ist auch in Setz’ erstem Gedichtband Die Vogelstraußtrompete (2014) ausgeprägt. Im ersten Gedicht des Bandes „Die Nordsee“ geht es um eine kleine Hexe namens Bibi Blocksberg und ihren Bruder, der nach seinem Umzug zu den Großeltern an die Nordsee aus dem Gedächtnis der Familie gestrichen wird. Diese Handlung basiert auf einer real existierenden Kinderhörspielserie. Setz hat einige Sätze aus dem Wikipedia-Artikel über Bibi Blocksberg buchstäblich übernommen und ihnen eine lyrische Form verliehen. Unbestritten ist, dass der Gedichtband, der überwiegend aus der Wiederverwendung solcher trivialen Anekdoten besteht, nichts mit der Vorstellung der Lyrik als „adäquate[m] Ausdruck des inneren Lebens des Subjekts“ (Burdorf 1997) zu tun hat. In meinem Vortrag setze ich mich mit der Thematik von Originalität und Autorschaft in Setz’ Werk auseinander. Dabei berufe ich mich auf einen Künstler der Appropriation Art, und zwar auf Richard Prince, der Fotos, die Nutzer des sozialen Netzwerks Instagram in ihren Profilen hochgeladen haben, leicht verfremdet, und sich als sein eigenes Werk angeeignet hat.

Clemens J. Setz
Foto: APA (Neubauer)
Freitag, 11. November 2016
18:30Abendessen
20:00Am Nullpunkt des Menschseins. Anmerkungen zum Werk von Clemens J. SetzClaus Telge
20:30Erste LesungClemens J. Setz
Samstag, 12. November 2016
09:15„Von außen betrachtet, (...) sah alles ganz anders aus“– Clemens J. Setz’ literarisches Debüt zwischen Moderne und PostmoderneWalter Vogl
09:45„Wie in eines matt geschliffenen dunklen Widerschein“: Setz als postmoderner NeoromantikerMichael Wetzel
10:15Pause
10:30Zweite LesungClemens J. Setz
11:00„Eisenspäne in die unsichtbaren Magnetlinien streuen“? Eine paratextuelle Annäherung an Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter KindesMiyuki Soejima
11:30Das Leben als Internet und Computerspiel. Anmerkungen zu Clemens J. Setz’ Erzählungen „Der Schläfer erwacht“ und „Kleine braune Tiere“Teppei Yamamoto
12:00Mittagspause
15:00Randexistenzen und Grenzgänger als ProtagonistenChristian Zemsauer
15:30Alle Spuren führen ins Leere – Über die Erzählweise des Romans IndigoShihoko Ora
16:00Pause
16:15WerkstattgesprächClemens J. Setz & Claus Telge
17:15Dritte LesungClemens J. Setz
18:30Abendessen
20:00„Ich bin so wenig Furcht einflößend.“ Der Erzähler Clemens J. Setz. (ORF- Feature)
20:30Präsentation: ASMR-Videos, Filme
Sonntag, 13. November 2016
09:30Verfahrensweisen der Appropriation Art in Die VogelstraußtrompeteJisung Kim
10:00Clemens J. Setz und die Zukunft der LiteraturAyano Inukai
10:30Bild und bildliche Rede in Die Stunde zwischen Frau und GitarreErich Meuthen
11:00Pause
11:15Vierte LesungClemens J. Setz
11:45Abschlussdiskussionmit Clemens J. Setz