28. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur in Nozawa Onsen
オーストリア現代文学ゼミナール

15. bis 17. November 2019
Mit Thomas Stangl
Alle Spuren führen ins Leere – Über die Erzählweise des Romans Indigo
Shihoko Ora

Indigo, der im Jahr 2012 erschienene dritte Roman von Clemens J. Setz hat bereits bei seiner Ankündigung große Erwartungen hervorgerufen. Einer der Gründe dafür war der Verweis, dass sich das Buch auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis befinde. Dazu kam die paratextuelle Gestaltung des Buches, die durch die künstlerische Unterstützung der Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky akzentuiert wurde (vgl. dazu das Gespräch zwischen Setz und Schalansky auf YouTube). Setz selbst äußerte sich dahingehend, dass seine Intentionen voll erfüllt wären. Unsere Leselust wird durch den Einband mit dem Bild eines Jungen, dessen nackter Oberkörper mit Schmetterlingen bedeckt ist, sowie durch diverse Typoskripte und Fotos, die dem Inhalt angepasst wurden, so gesteigert, dass wir zum Schluss eine grandiose Lösung der detektivisch anmutenden Recherche der mit dem Autor gleichnamigen Hauptfigur erwarten. Doch diese Erwartung wird nicht erfüllt. Nirgendwo findet man eine klare Antwort auf die Frage, was es nun mit den Indigo-Kindern auf sich hat und was mit ihnen geschieht. In meinem Referat wird die nach allen Seiten hin offene Erzählweise des Romans untersucht. Es wird nach der Intention des Autors und der Funktion der Indigo-Kinder innerhalb eines postmodernen, metafiktionalen Detektivromans gefragt.

Clemens J. Setz
Foto: APA (Neubauer)
Freitag, 11. November 2016
18:30Abendessen
20:00Am Nullpunkt des Menschseins. Anmerkungen zum Werk von Clemens J. SetzClaus Telge
20:30Erste LesungClemens J. Setz
Samstag, 12. November 2016
09:15„Von außen betrachtet, (...) sah alles ganz anders aus“– Clemens J. Setz’ literarisches Debüt zwischen Moderne und PostmoderneWalter Vogl
09:45„Wie in eines matt geschliffenen dunklen Widerschein“: Setz als postmoderner NeoromantikerMichael Wetzel
10:15Pause
10:30Zweite LesungClemens J. Setz
11:00„Eisenspäne in die unsichtbaren Magnetlinien streuen“? Eine paratextuelle Annäherung an Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter KindesMiyuki Soejima
11:30Das Leben als Internet und Computerspiel. Anmerkungen zu Clemens J. Setz’ Erzählungen „Der Schläfer erwacht“ und „Kleine braune Tiere“Teppei Yamamoto
12:00Mittagspause
15:00Randexistenzen und Grenzgänger als ProtagonistenChristian Zemsauer
15:30Alle Spuren führen ins Leere – Über die Erzählweise des Romans IndigoShihoko Ora
16:00Pause
16:15WerkstattgesprächClemens J. Setz & Claus Telge
17:15Dritte LesungClemens J. Setz
18:30Abendessen
20:00„Ich bin so wenig Furcht einflößend.“ Der Erzähler Clemens J. Setz. (ORF- Feature)
20:30Präsentation: ASMR-Videos, Filme
Sonntag, 13. November 2016
09:30Verfahrensweisen der Appropriation Art in Die VogelstraußtrompeteJisung Kim
10:00Clemens J. Setz und die Zukunft der LiteraturAyano Inukai
10:30Bild und bildliche Rede in Die Stunde zwischen Frau und GitarreErich Meuthen
11:00Pause
11:15Vierte LesungClemens J. Setz
11:45Abschlussdiskussionmit Clemens J. Setz