28. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur in Nozawa Onsen
オーストリア現代文学ゼミナール

15. bis 17. November 2019
Mit Thomas Stangl
„Von außen betrachtet, (…) sah alles ganz anders aus“– Clemens J. Setz’ literarisches Debüt zwischen Moderne und Postmoderne
Walter Vogl

Vielschichtig, abgründig, klug, sarkastisch und weise ist „Söhne und Planeten“, der erste Roman von Clemens Setz, der in meinem Vortrag einer näheren Betrachtung unterzogen werden soll. Die Hauptpersonen, fast durchweg Geistesarbeiter mit einem Hang zu Literatur und Philosophie, sprechen mit beängstigender Klugheit die drängenden Fragen unserer Zeit an und scheitern an alltäglichen Problemstellungen: geniale Dilettanten. Die in ihrer Polyphonie auch ganz neuartige Klänge enthaltende Geschichte entwickelt sich mit einer (himmels-)mechanischen Präzision und wird mit einer gehörigen Portion code-brecherischer Unverfrorenheit erzählt. Den Hintergrund dieses zwischen Franz Kafka und Thomas Pynchon angesiedelten Textpornos (mit dem Ausdruck wird nicht nur auf die Häufung an Intertextualität angespielt) bilden Muster, derer sich der Grafiker M.C. Escher in seiner Darstellung unmöglicher Formen meisterhaft zu bedienen wusste: Verzerrungen, Metamorphosen, Spiegelungen und Möbiusbänder, welche auf die Welt der (Denk-)Figuren des Buches von Setz einen ebenso prägenden Einfluss haben wie die Bahnen der Planeten. In das dicht gewobene Beziehungsgeflecht dieser menschlichen Komödie von Vätern und Söhnen, in deren Zentrum ein tragischer Todesfall steht, hat sich auch Setz mit einer Art „Potrait of the Author as a Young Man“ (James Joyce) eingeschrieben.

Clemens J. Setz
Foto: APA (Neubauer)
Freitag, 11. November 2016
18:30Abendessen
20:00Am Nullpunkt des Menschseins. Anmerkungen zum Werk von Clemens J. SetzClaus Telge
20:30Erste LesungClemens J. Setz
Samstag, 12. November 2016
09:15„Von außen betrachtet, (...) sah alles ganz anders aus“– Clemens J. Setz’ literarisches Debüt zwischen Moderne und PostmoderneWalter Vogl
09:45„Wie in eines matt geschliffenen dunklen Widerschein“: Setz als postmoderner NeoromantikerMichael Wetzel
10:15Pause
10:30Zweite LesungClemens J. Setz
11:00„Eisenspäne in die unsichtbaren Magnetlinien streuen“? Eine paratextuelle Annäherung an Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter KindesMiyuki Soejima
11:30Das Leben als Internet und Computerspiel. Anmerkungen zu Clemens J. Setz’ Erzählungen „Der Schläfer erwacht“ und „Kleine braune Tiere“Teppei Yamamoto
12:00Mittagspause
15:00Randexistenzen und Grenzgänger als ProtagonistenChristian Zemsauer
15:30Alle Spuren führen ins Leere – Über die Erzählweise des Romans IndigoShihoko Ora
16:00Pause
16:15WerkstattgesprächClemens J. Setz & Claus Telge
17:15Dritte LesungClemens J. Setz
18:30Abendessen
20:00„Ich bin so wenig Furcht einflößend.“ Der Erzähler Clemens J. Setz. (ORF- Feature)
20:30Präsentation: ASMR-Videos, Filme
Sonntag, 13. November 2016
09:30Verfahrensweisen der Appropriation Art in Die VogelstraußtrompeteJisung Kim
10:00Clemens J. Setz und die Zukunft der LiteraturAyano Inukai
10:30Bild und bildliche Rede in Die Stunde zwischen Frau und GitarreErich Meuthen
11:00Pause
11:15Vierte LesungClemens J. Setz
11:45Abschlussdiskussionmit Clemens J. Setz