28. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur in Nozawa Onsen
オーストリア現代文学ゼミナール

15. bis 17. November 2019
Mit Thomas Stangl
Clemens J. Setz und die Zukunft der Literatur
Ayano Inukai

Beim ersten Lesen von Clemens J. Setz‘ Texten stellt sich beim Leser oft eine Verwirrung und Orientierungslosigkeit ein. Die vorgestellte Welt erscheint abgründig, seltsam und rätselhaft. Was kann man von solchen Texten ablesen? Mein Vortrag versucht diese Orientierungslosigkeit aus der Perspektive seiner künstlerischen Intention zu erklären: Setz scheint auf der Suche nach einem Text zu sein, den bis heute so noch niemand geschrieben hat. Vor allem in seinen letzten zwei Romanen Die Stunde zwischen Frau und Gitarre und Indigo zeigt sich ein starkes Interesse an vorherrschenden Unbeschreibbarkeiten, für neue Techniken und ihre Wirkungen auf die menschliche Kommunikation, die Aufhebung der Grenze zwischen Natur- und Geisteswissenschaften und die (Neu-)Codierung der Sprache. Alle diese Züge sind fein konstruiert, mit dem Ziel die Grenzen der Literatur zu erweitern. Man kann Clemens J. Setz sicherlich zu denjenigen Gegenwartsautoren zählen, die die heutige Lage der Literatur nicht nur kritisch hinterfragen, sondern auch neue Möglichkeitsformen des Schreibens aufzeigen. Im Rahmen des Seminars und des Vortrags soll gemeinsam mit seinen Texten und ihm der Frage nachgegangen werden: Was ist die Zukunft der Literatur?

Clemens J. Setz
Foto: APA (Neubauer)
Freitag, 11. November 2016
18:30Abendessen
20:00Am Nullpunkt des Menschseins. Anmerkungen zum Werk von Clemens J. SetzClaus Telge
20:30Erste LesungClemens J. Setz
Samstag, 12. November 2016
09:15„Von außen betrachtet, (...) sah alles ganz anders aus“– Clemens J. Setz’ literarisches Debüt zwischen Moderne und PostmoderneWalter Vogl
09:45„Wie in eines matt geschliffenen dunklen Widerschein“: Setz als postmoderner NeoromantikerMichael Wetzel
10:15Pause
10:30Zweite LesungClemens J. Setz
11:00„Eisenspäne in die unsichtbaren Magnetlinien streuen“? Eine paratextuelle Annäherung an Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter KindesMiyuki Soejima
11:30Das Leben als Internet und Computerspiel. Anmerkungen zu Clemens J. Setz’ Erzählungen „Der Schläfer erwacht“ und „Kleine braune Tiere“Teppei Yamamoto
12:00Mittagspause
15:00Randexistenzen und Grenzgänger als ProtagonistenChristian Zemsauer
15:30Alle Spuren führen ins Leere – Über die Erzählweise des Romans IndigoShihoko Ora
16:00Pause
16:15WerkstattgesprächClemens J. Setz & Claus Telge
17:15Dritte LesungClemens J. Setz
18:30Abendessen
20:00„Ich bin so wenig Furcht einflößend.“ Der Erzähler Clemens J. Setz. (ORF- Feature)
20:30Präsentation: ASMR-Videos, Filme
Sonntag, 13. November 2016
09:30Verfahrensweisen der Appropriation Art in Die VogelstraußtrompeteJisung Kim
10:00Clemens J. Setz und die Zukunft der LiteraturAyano Inukai
10:30Bild und bildliche Rede in Die Stunde zwischen Frau und GitarreErich Meuthen
11:00Pause
11:15Vierte LesungClemens J. Setz
11:45Abschlussdiskussionmit Clemens J. Setz