29. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur (auf Zoom)
オーストリア現代文学ゼミナール

12. und 13. Dezember 2020
Mit Daniel Wisser
Die Beziehung zwischen den Dingen und dem Ich: Raoul Schrotts Gedichte mit Heidegger gelesen
Noriaki Watanabe (Tokio)

Der Titel von Raoul Schrotts Gedichtband Die Kunst an nichts zu glauben klingt auf den ersten Blick atheistisch. Bei näherer Betrachtung, zeigt sich aber noch eine andere Seite des Problems. Es wird hier angedeutet, dass man nur mit einer „Kunst“ an das Wesen des „Nichts“ glauben kann. Von der Natur her, also ohne Verwendung der Kunst, müsste man demnach notwendigerweise an das „Sein“ glauben. Man muss also fragen, ob es in dieser Welt „nichts“ gibt. In diesem Zusammenhang sollte man einen Philosophen nennen, der daran gezweifelt hat, ob die Welt wirklich existiert, und zwar Martin Heidegger. Er ist gerade derjenige, der in seiner Philosophie „die Kunst an nichts zu glauben“ praktiziert. Vor diesem Hintergrund erscheint es vielversprechend, die Beziehung zwischen den Dingen und dem Ich in den Gedichten Raoul Schrotts zu analysieren, indem man sich im Besonderen mit den Brüchen ihrer logischen Korrelationen befasst.

Raoul Schrott
Foto: ©Peter-Andreas Hassiepen
Freitag, 16. November 2018
18:30Abendessen
20:00Begrüßung und Einführung
20:15Erste Lesung Die Kunst an nichts zu glaubenRaoul Schrott
20:45Die Beziehung zwischen den Dingen und dem Ich: Raoul Schrotts Gedichte mit Heidegger gelesenNoriaki Watanabe (Tokio)
Samstag, 17. November 2018
09:30Die Welt als Vexierbild: Raoul Schrotts Erstling Finis TerraeMiyuki Soejima (Otaru)
10:15Liebe und Utopie in Gottfrieds von Straßburg Tristan und Raoul Schrotts Tristan da CunhaJutta Eming, Christin Keil (Berlin)
11:00Pause
11:15Eine Insel mit zwei Bergen: Schrotts Tristan da Cunha und Lotis TahitiMichael Wetzel (Bonn)
12:00Mittagspause
15:00Das Schweigen des Erzählens: Raoul Schrotts Erzählung Das schweigende KindKikuko Kashiwagi (Osaka)
15:45Zweite Lesung Erste ErdeRaoul Schrott
16:15Pause
16:30Erd-Literatur: Zur Aktualisierung epischer Erzählformen in Raoul Schrotts Erste ErdeOliver Völker (Frankfurt)
17:15Vom Übersetzen: Werkstattgespräch mitRaoul Schrott
18:30Abendessen
20:00Das Versepos: Eine zeitgenössische Form? Lesung (Verbannt!) und Diskussion mitAnn Cotten
Sonntag, 18. November 2018
09:30Poesie und Wissenschaft in Raoul Schrotts WerkChristian Zemsauer (Tokio)
10:15Verschreibungen – Die verflixten NarrativeHerrad Heselhaus (Tokio)
11:00Pause
11:15Das Seminar im Kontext: „Faszination Japan“. Eine Untersuchung der Faszination durch Fremdheit am Beispiel von Darstellungen Japans in der österreichischen LiteraturLina Bittner (Wien)
12:00Abschlussdiskussion