29. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur (auf Zoom)
オーストリア現代文学ゼミナール

12. und 13. Dezember 2020
Mit Daniel Wisser
Das Schweigen des Erzählens: Raoul Schrotts Erzählung Das schweigende Kind
Kikuko Kashiwagi (Osaka)

Das schweigende Kind (2012) von Raoul Schrott ist eine sprachlich dichte und voll von farbenreichen Ereignissen erfüllte Erzählung. Ein Maler sitzt in einem Sanatorium an der Grenze der Schweiz und bringt dort seine Lebensgeschichte zu Papier. Der Adressat ist seine Tochter, die ihre Mutter dem Vater zu entziehen versuchte. Die Tochter – „das schweigende Kind“ – soll die Umstände erfahren, die zum Tod der Mutter führten. Der Monolog des Vaters beginnt mit dem literarischen Bonmot: „Erzählenswertes ist wohl nur Wirkliches. Um dir jedoch die Wahrheit sagen zu können, muss ich Zeugnis alles Falschen ablegen.“ Die Aufzeichnungen des sowohl psychisch als auch körperlich erkrankten Vaters enthalten eine vielschichtige Palette von Themenfelder wie Sorgerecht, Trennungskind, Geschlechterkampf, Lust und Gewalt, Kunst und ihre Grenzen. Über detaillierte oder psychologische Prozesse schweigt sich der Text zwar aus, aber der Erzählstoff, der von der Erzählung nur fragmentarisch entwickelt wird, regt zum weiteren spekulieren an.

Raoul Schrott
Foto: ©Peter-Andreas Hassiepen
Freitag, 16. November 2018
18:30Abendessen
20:00Begrüßung und Einführung
20:15Erste Lesung Die Kunst an nichts zu glaubenRaoul Schrott
20:45Die Beziehung zwischen den Dingen und dem Ich: Raoul Schrotts Gedichte mit Heidegger gelesenNoriaki Watanabe (Tokio)
Samstag, 17. November 2018
09:30Die Welt als Vexierbild: Raoul Schrotts Erstling Finis TerraeMiyuki Soejima (Otaru)
10:15Liebe und Utopie in Gottfrieds von Straßburg Tristan und Raoul Schrotts Tristan da CunhaJutta Eming, Christin Keil (Berlin)
11:00Pause
11:15Eine Insel mit zwei Bergen: Schrotts Tristan da Cunha und Lotis TahitiMichael Wetzel (Bonn)
12:00Mittagspause
15:00Das Schweigen des Erzählens: Raoul Schrotts Erzählung Das schweigende KindKikuko Kashiwagi (Osaka)
15:45Zweite Lesung Erste ErdeRaoul Schrott
16:15Pause
16:30Erd-Literatur: Zur Aktualisierung epischer Erzählformen in Raoul Schrotts Erste ErdeOliver Völker (Frankfurt)
17:15Vom Übersetzen: Werkstattgespräch mitRaoul Schrott
18:30Abendessen
20:00Das Versepos: Eine zeitgenössische Form? Lesung (Verbannt!) und Diskussion mitAnn Cotten
Sonntag, 18. November 2018
09:30Poesie und Wissenschaft in Raoul Schrotts WerkChristian Zemsauer (Tokio)
10:15Verschreibungen – Die verflixten NarrativeHerrad Heselhaus (Tokio)
11:00Pause
11:15Das Seminar im Kontext: „Faszination Japan“. Eine Untersuchung der Faszination durch Fremdheit am Beispiel von Darstellungen Japans in der österreichischen LiteraturLina Bittner (Wien)
12:00Abschlussdiskussion