29. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur (auf Zoom)
オーストリア現代文学ゼミナール

12. und 13. Dezember 2020
Mit Daniel Wisser
Liebe und Utopie in Gottfrieds von Straßburg Tristan und Raoul Schrotts Tristan da Cunha
Jutta Eming, Christin Keil (Berlin)

Tristan da Cunha – diese heute als ‚entlegenster Ort der Welt’ bekannte Insel im Atlantik ist Schauplatz des gleichnamigen Romans von Raoul Schrott. In ihm werden in offenkundiger Anlehnung an das mittelalterliche Narrativ von Tristan und Isolde in Montagetechnik vier Paargeschichten erzählt, die – so unterschiedlich ihre Kontexte im einzelnen gestaltet sind – eines gemeinsam haben: Sie handeln von der Schwierigkeit, in einer extrem unwirtlichen, ja feindseligen Umgebung eine Liebesbeziehung zu leben. Die Exterritorialität der Tristanminne wird so in einem Raumkonzept abgebildet, das zudem eine seit Thomas Morus‘ titelgebendem Roman etablierte literarische Tradition aufruft, das Leben auf einer entlegenen Insel mit der Darstellung utopischer Gemeinschaften zu verknüpfen. Der Vortrag wird diesen Zusammenhang in den Mittelpunkt stellen. Dafür wird untersucht, ob und inwiefern der mittelalterliche Roman und seine moderne Adaptation utopische Gehalte transportieren, und es wird die Frage diskutiert, woran die Liebesbeziehungen sowohl in Schrotts Tristan da Cunha als auch in Gottfrieds Tristan scheitern.

Raoul Schrott
Foto: ©Peter-Andreas Hassiepen
Freitag, 16. November 2018
18:30Abendessen
20:00Begrüßung und Einführung
20:15Erste Lesung Die Kunst an nichts zu glaubenRaoul Schrott
20:45Die Beziehung zwischen den Dingen und dem Ich: Raoul Schrotts Gedichte mit Heidegger gelesenNoriaki Watanabe (Tokio)
Samstag, 17. November 2018
09:30Die Welt als Vexierbild: Raoul Schrotts Erstling Finis TerraeMiyuki Soejima (Otaru)
10:15Liebe und Utopie in Gottfrieds von Straßburg Tristan und Raoul Schrotts Tristan da CunhaJutta Eming, Christin Keil (Berlin)
11:00Pause
11:15Eine Insel mit zwei Bergen: Schrotts Tristan da Cunha und Lotis TahitiMichael Wetzel (Bonn)
12:00Mittagspause
15:00Das Schweigen des Erzählens: Raoul Schrotts Erzählung Das schweigende KindKikuko Kashiwagi (Osaka)
15:45Zweite Lesung Erste ErdeRaoul Schrott
16:15Pause
16:30Erd-Literatur: Zur Aktualisierung epischer Erzählformen in Raoul Schrotts Erste ErdeOliver Völker (Frankfurt)
17:15Vom Übersetzen: Werkstattgespräch mitRaoul Schrott
18:30Abendessen
20:00Das Versepos: Eine zeitgenössische Form? Lesung (Verbannt!) und Diskussion mitAnn Cotten
Sonntag, 18. November 2018
09:30Poesie und Wissenschaft in Raoul Schrotts WerkChristian Zemsauer (Tokio)
10:15Verschreibungen – Die verflixten NarrativeHerrad Heselhaus (Tokio)
11:00Pause
11:15Das Seminar im Kontext: „Faszination Japan“. Eine Untersuchung der Faszination durch Fremdheit am Beispiel von Darstellungen Japans in der österreichischen LiteraturLina Bittner (Wien)
12:00Abschlussdiskussion