29. Seminar zur österreichischen Gegenwartsliteratur (auf Zoom)
オーストリア現代文学ゼミナール

12. und 13. Dezember 2020
Mit Daniel Wisser
Verschreibungen – Die verflixten Narrative
Herrad Heselhaus (Tokio)

Der Vortrag wird ausgehen von Raoul Schrotts Fragen nach den Narrativen (ihrer Herkunft, Verwendung, Beglaubigung und Notwendigkeit), die er schon im ersten Kapitel „Politiken des Nationalen“ seines neuesten Buches Politiken & Ideen stellt, um sich dem Hauptthema des Vortrags, der Argumentation von Schrott im letzten Kapitel „Politiken des Kulturellen“ zuzuwenden. Hier werden Schrotts intertextuelle Konfigurationen (Nachdichtungen, Imitationen, Versionen) untersucht im Hinblick auf die von ihm vorgeschlagene Metapher des Virus, dessen narrative Funktion besondere Berücksichtigung erfährt und mit anderen ä hnlich argumentierenden Ansätzen verglichen wird. Eine kritische Auseinandersetzung beleuchtet dann sowohl Schrotts eigene Interpretation als auch den Text der „Drei Prinzen von Serendip“ selbst in seinen interkulturellen Variationen. Schrotts Verknüpfung dieses Textes mit dem Detektivroman wird im Folgenden untersucht und auf die gattungsbestimmenden Grundstrukturen des Detektivromans hin abgeklopft. Zuletzt wird zu erörtern sein, was Jacques Derrida zu Raoul Schrotts Ausführungen zu sagen hätte. Doch der Spannung des Detektivromans folgend, sollte auch dieses Abstract die Ergebnisse des Vortrages nicht vorab preisgeben.

Raoul Schrott
Foto: ©Peter-Andreas Hassiepen
Freitag, 16. November 2018
18:30Abendessen
20:00Begrüßung und Einführung
20:15Erste Lesung Die Kunst an nichts zu glaubenRaoul Schrott
20:45Die Beziehung zwischen den Dingen und dem Ich: Raoul Schrotts Gedichte mit Heidegger gelesenNoriaki Watanabe (Tokio)
Samstag, 17. November 2018
09:30Die Welt als Vexierbild: Raoul Schrotts Erstling Finis TerraeMiyuki Soejima (Otaru)
10:15Liebe und Utopie in Gottfrieds von Straßburg Tristan und Raoul Schrotts Tristan da CunhaJutta Eming, Christin Keil (Berlin)
11:00Pause
11:15Eine Insel mit zwei Bergen: Schrotts Tristan da Cunha und Lotis TahitiMichael Wetzel (Bonn)
12:00Mittagspause
15:00Das Schweigen des Erzählens: Raoul Schrotts Erzählung Das schweigende KindKikuko Kashiwagi (Osaka)
15:45Zweite Lesung Erste ErdeRaoul Schrott
16:15Pause
16:30Erd-Literatur: Zur Aktualisierung epischer Erzählformen in Raoul Schrotts Erste ErdeOliver Völker (Frankfurt)
17:15Vom Übersetzen: Werkstattgespräch mitRaoul Schrott
18:30Abendessen
20:00Das Versepos: Eine zeitgenössische Form? Lesung (Verbannt!) und Diskussion mitAnn Cotten
Sonntag, 18. November 2018
09:30Poesie und Wissenschaft in Raoul Schrotts WerkChristian Zemsauer (Tokio)
10:15Verschreibungen – Die verflixten NarrativeHerrad Heselhaus (Tokio)
11:00Pause
11:15Das Seminar im Kontext: „Faszination Japan“. Eine Untersuchung der Faszination durch Fremdheit am Beispiel von Darstellungen Japans in der österreichischen LiteraturLina Bittner (Wien)
12:00Abschlussdiskussion